Sieben Leben

Der Könisch und Ich, wir waren letzten Samstag spontan auf Männaabend in Kino drin. Und zwar in Sieben Leben, mit Schmidde Willie! Zwar liest sich die Zusammenfassung bei Wikipedia ganz arg schnulzig, aber WEIL der Willie nun mal mitspielt, haben wir uns für diesen Film entschieden.

Und wir wurden nicht wenig -und vorallem angenehm- überrascht!

Sieben Lieben greift eine Meines Erachtens sehr delikate Thematik auf: Organspenden! Und zwar verpackt in eine melodramatische verzweifelte Geschichte OHNE die Tränendrüsen anzugreifen. Die Geschichte ist sehr gut konstruiert, und hat erstaunlicherweise auch einige Lacher an genau den richtigen Stellen. Aber ohne das diese übertrieben komisch wirken. Der Film ist ruhig, fast schon still, aber ohne das Längen auftreten, oder man das Gefühl hat gleich einschlafen zu müssen. Sprich, er ist nicht langweilig! Smith hat sich spätestens mit diesem Film vom Klamaukhelden in die Riege der ernsthaften Schauspieler hoch geschossen. Man spürt regelrecht den Druck unter dem der Protagonist steht und stellt sich die Frage, welche Entscheidung man an seiner Stelle treffen würde.

Und das bleibt beim Zuschauer definitiv nicht ohne Wirkung. Ich habe zu Beginn des Abspannes noch nie ein derart stilles Filmpublikum erlebt. Die Leute wurden während des Filmes so ruhig, das sogar Kleiderrascheln oder das Knistern von zusammen geknüllten Snackverpackungen plötzlich peinlich LAUT wirkten. Ich denke man kann sich den Film durchaus ansehen.

Mir hat er jedenfalls sehr gut gefallen.

Der Staatsfeind Nr. 1

Gestern hab Ich Mir mal “Der Staatsfeind Nr. 1” angesehen. In diesem rasanten und packendem Film mit Starbesetzung geht es um Missbrauch von Überwachungstechnik und Bürgerdaten durch Mitarbeiter eines US-Geheimdienstes.

Jeder ist korrumpierbar, die Mächtigen allen vorran.

Zwar sind die Methoden, gerade was die im Film gezeigte Satellitentechnik angeht, in dem Streifen deutlich überzeichnet, aber anbetrachts dessen, wann der Film gedreht wurde und der seither zunehmenden Vernetzung unseres Lebens und unserer Daten, als durchaus realistisch zu betrachten. Auch wenn es sich bei “Der Staatsfeind Nr. 1″ Meines Erachtens um DAS ultimative Worst-Case-Szenario handelt, sollte MUSS meiner Meinung nach jeder, der bei der Erwähnung des Themas Überwachung und Privatsphäre meint, er habe nichts zu verbergen, sich diesen Film unbedingt mal ansehen. Gerade anbetrachts der aktuellen Thematik diesbezüglich in diesem unseren eigenen schönen Lande: Schäuble und seine Getreuen lassen grüssen! Denn sie (wissen nicht was sie tun, und) versuchen derzeit entsprechende Maßnahmen für unsere Bundespolizei legalisieren zu lassen! [Stichwort: BKA-Gesetz].

Jetzt mag jemand sagen: Aber neeee, das sind doch brave Leute, die nur unser bestes im Sinne haben, und nie nie niemals nicht so überhaupt gar nicht auch nur im entferntesten daran denken bei Lieschen Müller und Hans Guckindieluft aufs Bankkonto oder in die Krankenakte zu gucken. Die haben ja auch eine “Geheimhaltungsklausel” unterzeichnet und so. Da müssen die sich dran halten! (Bitte treudoofen Blick und leierndes Sprechen dazu denken…)

Nun, jeder der Zugriff auf Datenbanken hat, ist generell immer nur eine Unterschrift (und ein paar Mausklicks und/oder Shellbefehle) davon entfernt, die darin enthaltenen Informationen zu missbrauchen. Und wenn er sich diese nur mal überfliegend anguckt, weil er gerade nix besseres zu tun hat… es gibt gerade in der elektronischen Datenverarbeitung mannigfaltige Wege Datensätze einzusehen, zu kopieren und zu übertragen, ohne das auch nur ein Admin das geringste merkt, wenn er nicht gerade explizit darauf achtet und seine Logfiles im Auge behält. Sofern es überhaupt welche gibt. Die jüngste Vergangenheit zeigt gleich mehrere entsprechende Beispiele, z.b. den Überwachungsskandal der Telekom, oder den “Transfer” von “Sicherheitskopien” von Telefon- und Adressdaten an “unbeteiligte Dritte”. Wer die Mittel und Wege hat, wird immer in Gefahr sein, diese früher oder später in der einen oder anderen Weise zu entfremden und zu unlauteren Zwecken zu benutzen, sei es jetzt aufgrund von Zwang oder Willen.

Wie sagte Stalin so schön?

Vertrauen ist gut. Kontrolle ist besser.

Das mögen sich Herr Schäuble und Konsorten auch denken, aber der Spruch wirkt auch in die andere Richtung: wir brauchen Gesetze, die den Missbrauch von staatlicher Überwachung entsprechend erschweren, und nicht nur Gesetze die den Bürger entmündigen und bis ins kleinste peinliche Detail offenlegen.

Leider brauchen wir dazu allerdings auch eine fähige Regierung, und ob wir so eine nächstes Jahr auch bekommen steht nicht mal in allen Sternen dieses Universums…

Nun ja. Time will tell.

Ein guter Einstieg zum selber Schlau machen:

http://www.uberwach.de/
http://www.vorratsdatenspeicherung.de/
http://www.heise.de/ct/hintergrund/meldung/95584


Während des Films entspann sich übrigens folgender Dialog mit Herrn Könich per ICQ:

M: wenn man bedenkt, das der film eine gewisse wahrheit beinhaltet wird einem schlecht
A: jo, das ist wahr. leider
A: aber unter obama wird ja alles besser
A: sagen die leut
M: ja. klar. der schaltet alles wieder ab. als ob die neue bundesregierung nach dem zweiten weltkrieg die autobahnen abgerissen hätte…
A: genau das wird er tun. und die soldaten aus dem krieg holen und blinde sehend machen, taube hörend und lahme gehend
M: jaja, und er machte einen lahmen blind…
M: aber gerade dieses gleichnis ist es das mir zu denken gibt: projiziere lahme, taube und blinde auf die us-geheimdienste…
M: klingt gleich ganz anders, oder?

Was Ich damit eigentlich sagen möchte: Kaum ein “Mächtiger” wird bereits bestehende Strukturen einfach so abreissen, wenn er davon einen Nutzen hat. Und sei es nur “um die Überwacher zu überwachen…”



Der unglaublich zerschnittene HULK

Ja was war das denn? Ich war ja am Freitag mitm Herr Könich im spontanen Superhelden Doublefeature.
Ich hab Mich doch nicht wenig auf den grossen grünen Klotz gefreut, da Mir schon der erste HULK von Ang Lee von vor 2 oder 3 Jahren sehr gut gefallen hat, und Mich die einigen wenigen HULK-Comics, die Ich so gelesen hab, damals schon faszinierten. Die Trailer und die Kinoplakate liessen eine deutlich düsterere und erwachsenere Version erwarten.

Was dann im Endeffekt draus wurde ist eigentlich garnicht so schlecht geworden. Eigentlich. Das Aber kommt weiter unten.

Im Prinzip gefällt Mir der Film, weil Mir die Umsetzung des HULK gefällt. Der grosse Grüne ist alles andere als harmlos, er ist wild, aggressiv, eine Urgewalt auf zwei Beinen. Er wirkt auf seine Art und Weise natürlicher und lebendiger als sein Vorgänger.  Der Film ist, was die Entstehung des HULK angeht, direkt am eigentlichen Comic ausgerichtet und meines Erachtens sehr stringent erzählt und konsequent durchgezogen. Aber das wars irgendwie auch schon. Gute Specialeffects verstehen sich bei einem solchen Projekt von selbst, daran gibts imho nix zu meckern. Die Besetzung mit hochkarätigen Schauspielern hätte meines Erachtens nicht sein müssen. Ich finde solche Projekte leben auch ein bisschen davon, wenn die Schauspieler noch eher unbekannt und unvorbelastet sind.  Liv Tyler misst man ja irgendwo noch an Arwen, oder dem Schnuckel den sie in Armageddon gespielt hat. Und dann kommt da so eine kuhmäulige Tussi mit feuchten Kuhaugen… hm, vielleicht hat sich da auch nur mein Frauengeschmack verändert ;-) Bei Edward Norton, hm, Ich weis nich. So sonderlich viel muss er in dem Filmchen ja nicht machen, ein bisschen halbnackt rumrennen, angestrengt die Augen aufreissen und das Gesicht verziehen und so. Macht er eigentlich ganz OK. Aber Ich will Mir hier jetzt nicht anmaßen anderer Leute Arbeit zu bemängeln, denn Ich könnts wahrscheinlich nicht mal ansatzweise so machen wie die professionellen Stars! Gesicht verziehen und grimmig gucken kann Ich wahrscheinlich besser als Ed… ;-)

Kommen wir nun zum ABER:

Was Mich an diesem Film wirklich anätzt, ist die bösartig verkrüppelte FSK12-Fassung, die allgemeinhin im Kino zu sehen ist! Sowas ist eine absolute Sauerei. Ich reimte Mir die plötzlichen Schnitte des Endkampfes damit zusammen, das man es wie im Comic selbst gemacht hat: Weil man auch dort ganze Bewegungsabläufe nicht zeigen kann, werden nur einzelne Bilder und kurze Sequenzen gezeigt. Den Rest überlässt man der Phantasie des Lesers. Das funktioniert bei einem Comic sehr gut. Aber im Film nicht so wirklich. Im einen Moment sieht man ABOMINATION noch zum Sprung ansetzen und denkt: JETZT gehts los! SCHNITT. Und er liegt plötzlich am Boden, mit einer Kette um den Hals, mit der ihn der HULK würgt! Hallo? Wie ist es dazu gekommen? Warum ist diese Bestie, die den HULK vor einer Minute noch durch die Gegend getreten hat, nun so total schlapp am Boden zerstört? Ja was soll das denn? Nur weil die gnadenlose Gewalt zwischen den beiden Monstern für zarte 12 Jährige angeblich zu viel sei, und um das ganze einem breiteren zahlungsfähigen Publikum zugänglich machen zu können, wird das, weswegen man eigentlich ins Kino gegangen ist, nämlich der Endkampf zwischen HULK und ABOMINATION, einfach bis auf wenige Frames rausgeschnitten! Das ist ja fast wie vorher rausziehen! Die FSK16 läuft nur in einigen wenigen ausgewählten Kinos so wie es scheint. Der eigentlich Fan wird hier wieder bevormundet, und muss sich dann mit einer schwer zu bekommenden, und wahrscheinlich sauteuren, FSK16 und/oder FSK18 auf DVD abspeisen lassen. Sehr fein. Habt Ihr schön gemacht. So kann man sich das zahlungsfähige Publikum, das wegen der sicherlich bombastischen Endsequenz sicher auch noch 2 und vielleicht sogar 3 mal in den Film gegangen wäre, auch vergraulen.

Mein Tipp für jeden der sich den Film im Kino ansehen wollte: wartet auf die DVD.

Eine Liste mit Kinos in denen die 16er-Version läuft gibt’s hier:
http://www.schnittberichte.com/news.php?ID=885

Zensur: Sie schreibt einem Mann vor, dass er kein Steak essen darf, weil ein Baby es nicht kauen kann.
Mark Twain

Die Wächter des Tages

Also wenn man die Bücher nicht gelesen hat, ist dieser Film … wirr … chaotisch … durcheinander … zusammenhanglos … selbst wenn man die Bücher gelesen hat. Das liegt sicher nicht daran das es ein russischer Film ist, sondern viel mehr daran das man versucht hat drei Bücher – von denen jedes einzelne schon einen Film wert wäre – in eine Spielfilmlänge zu pressen. Was hier meines Erachtens total fehlschlägt. Da bleib Ich lieber bei den Büchern. Da versteht man wenigstens um was es bei der Geschichte eigentlich geht.

Zitat aus der Wikipedia:

Rainer Vogt von TV Digital schrieb in Heft 19 vom 7. September 2007, dass der Film ein wilder Mix aus Romanze, Drama, Action, Fantasy, Film-Noir, Musikvideo und Videospiel sei. Das düstere russische Flair bliebe aber erhalten. Der Film sei trotz der eingeflochtenen Romanze allerdings nichts für schwache Nerven.


Wächter des Tages – Dnevnoi Dozor

Also Ich frag Mich jetzt doch schon welchen Film er da gesehen haben mag. Der Film ist alles von dem zugleich aber nichts davon richtig! Und an die Nerven geht er weil er so unglaublich schlecht ist. :mad: