Zukunftspläne?

Wie der ein oder andere sicher weis, hat sich mein Leben in den letzten Wochen ziemlich verändert. Anfangs waren meine Gedanken und Emotionen noch wie ein aufgescheuchter Hornissenschwarm. Aber solangsam setzt sich alles wieder. Umzug und Jobwechsel sind erstmal gestorben.

Ehrlich gesagt waren das nie MEINE eigenen Ideen.

Es ging zu sehr von meiner Ex aus…
Ich wäre schön Blöd, wenn Ich (auch angesichts meiner momentanen wirtschaftlichen Lage) einen festen, unbefristeten Arbeitsvertrag einfach so kündigen würde. Auch wenn der Job finanziell nicht das gelbe vom Ei ist, so kann Ich bislang alle anfallenden Rechnungen zahlen und hab immerhin einen Arbeitsplatz!!! Versucht mal einen Kredit zu bekommen, wenn Ihr einen Zeitarbeitsvertrag habt…
Ausserdem ist es fraglich ob Ich ein derart familiäres Arbeitsumfeld noch mal irgendwo finde. Das bedeutet jetzt aber auf gar keinen Fall, das Ich bis ans Ende meiner Tage hier hängen bleiben will. Es gibt Faktoren die mir nicht gefallen. Die WG zum Beispiel. Ich bin eigentlich nur wegen meiner Ex in diese Bruchbude gezogen, weil Ich dadurch Geld gespart habe, das mir dann für die Fahrten zu ihr zur Verfügung stand. Ich habe eine imho recht geile Wohnung (alleine 30m² Wohnzimmer!!!) für Sie aufgegeben, in der Ich mich wohlfühlte, auch wenn es recht teuer war. Dann bin Ich halt wieder in eine WG gezogen. Hätt mir das genauer überlegen müssen. Ok, mit meinem direkten Nachbarn komm Ich mittlerweile doch recht gut aus, nur diese Riesenpottsau(!), die “den Gang runter” wohnt, den seh Ich lieber gestern als morgen ausziehen.
Ich richte mich derzeit darauf ein, noch 1 oder 2 Jährchen hier zu bleiben. Im Endeffekt ist die WG schonmal rein finanziell die bessere Entscheidung gewesen. Ich bin jetzt am abwägen, wie Ich diese Zeit nutzen will. Ich spiele mit dem Gedanken mein Diplom wieder in Angriff zu nehmen, per Fernstudium. Wirtschaftinformatik ist immerhin ein nicht zu verachtender Aktivposten in der Lebensbilanz…
Ist allerdings auch eine finanzielle Frage, da die Gebühren nicht gering sind. Aber an meinen Finanzen gibts sicher auch noch einiges zu “tunen”, Ich denke da an z.B. an meine Versicherungen. Und Ich muss mir unbedingt in den Arsch treten, um mehr Provision zu erwirtschaften! Immerhin kann Ich mich ja jetzt mehr auf den Job konzentrieren, und muss diesen nicht mehr mit einer fragwürdigen Beziehung in der Balance halten.

Trennung

Vor gut 2 Wochen wars aus. Endgültig. Nach 18,5 überwiegend schönen Monaten. Wir waren heftig in einander verschossen und Ich empfand nicht wenig Liebe für sie. Es war nach einer recht langen Singlezeit mit diversen “Affären” meine erste grosse wahre Liebe. Als wir uns online kennen lernten, war sie noch in England, Auslandspraktika. Eine Woche vor Ostern 2004 hatte sie “Heimaturlaub” und wir trafen uns auf einer Burg, auf der ein Ostermarkt stattfand. Ich war da schon Feuer und Flamme für Sie. Und Sie verliebte Sich dort endgültig in mich. Ostern 2004 besuchte sie mich dann, und wir waren endgültig ein Paar. Danach musste Sie wieder nach England zurück, wo Ich Sie dann 2 mal besuchte. Es war das erste mal seit fast 10 Jahren das Ich wieder nach England fuhr, und das erste mal überhaupt das Ich in einen Flieger stieg.
Es war eine Zeit in der Ich sehr weit über meinen eigenen Schatten sprang.

Every endless night has a dawning day
Every darkest sky has a shining ray
And it shines on you baby can’t you see
You’re the only one who can shine for me

Hooters, Private Emotion

Ich hatte nach nem chaotischen Studium plötzlich ‘nen festen Job, eine schöne Wohnung, und ‘ne süße, sexy Freundin. Sehr genial. Und sehr geil 8)
Es war eine Wochenendbeziehung, mit schönen intensiven Momenten. Mit höhen und tiefen. Gegen Ende eher mehr tief als hoch. Zu wenig Zeit für einander, zu wenig Zeit miteinander schätze Ich. Es wurde für Mich immer öfter nervig zu ihr zu fahren.

Das “Ich liebe dich” kam irgendwann nur noch reflexartig.

Irgendwo war mir noch nicht bewusst das Ich mich zumindest Mental wohl schon selbst von ihr getrennt hatte. Ich schob es auf meinen eigenen Stress, und die ungeheure Spannung unter der wir beide aufgrund äusserer Umstände standen.
Ausserdem hatte Ich noch HOFFNUNG, das es sich wieder einrenkt, wenn einige unserer Probleme gelöst sind. Ich wollte mir einen anderen Job in ihrer Nähe suchen. Zu ihr ziehen. Damit Ich öfters und länger bei ihr sein kann. Ich war bereit verdammt weit für sie zu gehen.

But I would walk 500 miles
And I would walk 500 more
Just to be the man who walked 1,000 miles
To fall down at your door

Proclaimers, 500 Miles

Sie hatte eine Menge Stress mit Klausuren, sich selbst und diversen kleinigkeiten. Dinge durch die jeder in einem bestimmten Alter mal durch muss. Dem Erwachsen werden z.B. …
Wir legten unsere Beziehung äusserst tränenreich “auf Eis”, vor gut 5 Wochen. Es ging von ihr aus, Ich war einfach zu verwirrt, vielleicht auch nicht mutig genug es selbst in Angriff zu nehmen. Jedenfalls sah Ich etwas in der Art schon kommen, aber wollte es nicht wahr haben. Habe darüber gegrübelt was Ich machen könnte. Sie sagte das sie sich nicht mehr sicher sei, das es sich immer mehr wie

“Ich hab dich lieb” als denn ein “Ich liebe dich”

anfühlt. Und das sie sich gerne eine Auszeit nehmen möchte, um sich wieder klar zu werden. War ein beschissener Abend und eine unruhige Nacht.

Wir sagten uns am nächsten Morgen noch gegenseitig “Ich liebe dich”, und es war plötzlich wieder Gefühl dabei, es waren nicht mehr nur Worte. Obwohl es mir unglaublich weh tat, war Ich bereit ihr die Zeit zu geben die sie haben wollte. Weil Ich sie liebte!

Die Tage danach waren… nicht einfach.

Verschwommen. Unstet.

Das plötzliche Schweigen. Kein Kontakt mehr. Keine Anrufe, bis auf einige kleine unbeholfene Gespräche. So völlig anders. Ich fing kurzentschlossen wieder an zu trainieren, schrieb mich in einem Fitnessstudio ein, um einen Ausgleich zu bekommen.
Die Zeit war emotional eher Neutral. Ich stellte mich auf das Warten ein,

und hoffte…

Und dann, gesteht Sie mir (auf Nachfrage…!!!!) das sie einen anderen hat. Und dieser bis dato zu meinen guten Freunden zählte. Der schon öfters zum lernen bei ihr war. Dem Ich schon länger angesehen hatte was er für sie empfand. Und Ich nicht wirklich wusste wie Ich damit umgehen sollte. Jedenfalls war er mein Nachfolger. So ganz plötzlich? Glaub Ich nicht dran. Sie hatte schon länger ein Auge auf ihn.

Dieses Miststück.

Viele Dinge die in den letzten Monaten bezüglich ihm geschehen sind und gesagt wurden, ergaben plötzlich ein völlig anderes Bild.

Es war der Horror! Die Hoffnung, das es nach dem “Auf Eis legen” nochmal etwas mit uns wird. Die Versprechungen, die Träume. Alles geplatzt. Emotionale Achterbahn. Ich fühlte mich

belogen, verraten, verkauft und betrogen.

Ich liebte sie noch, sehr sogar, das merkte Ich in diesem Augenblick sehr deutlich. Während des Telefonats sagte sie, das sie mit einigen meiner Eigenarten nicht klar käme. Daraufhin riss etwas in mir, und Ich sagte: “Dann lassen wir es.” Aus. Ende. Vorbei.
Es riss mich derart runter das Ich nicht mal mehr arbeiten gehen konnte.

2 Wochen gelber Zwangsurlaub.

Den Ich auch brauchte. In einer solchen Verfassung ist ein gesitteter Umgang mit Kunden und Arbeitskollegen nicht machbar. In der erstbesten Stresssituation wäre Ich entweder Beserk gegangen oder zusammen gebrochen. Mein Körper streikte, das Training am nächsten Tag zeigte mir sehr deutlich wie eng Physis und Psyche zusammen arbeiten. Nichts ging mehr. Zu Hause fing mir an die Decke auf den Kopf zu fallen, also fing Ich an ausgedehnte Spaziergänge zu machen, Orte aufzusuchen an denen Menschen waren. Ich fuhr einfach so in der Gegend rum. Redete viel mit guten Freunden. Ihnen ist es zu verdanken das nichts schlimmeres passiert ist.

Came in from a rainy Thursday
on the avenue
thought I heard you talking softly

I turned on the lights, the TV
and the radio
still I can’t escape the ghost of you

What has happened to it all?
Crazy, some’d say
Where is the life that I recognize?
gone away

Duran Duran, Ordinary World

Nun denn, jetzt 2 Wochen später, sehe Ich viele Dinge klarer. Mir ist bewusst geworden das unsere Beziehung den nächsten grösseren Streit nicht überlebt hätte. Ich hege keinen Groll gegen sie oder ihn, allerdings ist das Thema Freundschaft erstmal gegessen. Und Ich schätze das das Verhältniss zu den beiden nie wieder so sein wird wie zu vor. Zu ihr schonmal garnicht. Es war nicht das erste mal das Ich verlassen wurde, aber es hat eine neue, brutale Qualität erreicht.

Was Ich einst für sie empfunden habe ist weg und teil einer sehr schönen Zeit, die jetzt der Vergangenheit angehört. Ich habe sehr schöne Dinge mit ihr erleben dürfen. Sie hat mir ein erstrebenswertes Leben gezeigt, dafür bin ich ihr dankbar. Dafür, und für die Zeit die wir mit einander verbringen durften. Klar, die Trennung war unglaublich schmerzhaft für mich, und nachwievor kann ich mir den ein oder anderen tiefen Seufzer nicht verkneifen. Aber ich habe sehr gute Freunde mit denen ich über diese Dinge reden kann, die mir in diesen düsteren Tage zur Seite standen und mich aufrecht hielten. Ich tob mich in der Muckibude aus und konzentriere mich wieder auf MICH und MEINE Gegenwart und Zukunft!
Das ist das was für mich zählt…

But I won’t cry for yesterday
there’s an ordinary world
Somehow I have to find
and as I try to make my way
to the ordinary world
I will learn to survive

Duran Duran, Ordinary World

Ich bin wieder oben, nicht mehr wirklich down, und sehr nachdenklich. Es ist seltsam, es war die ganze Zeit immer jemand da an den ich denken konnte. Dann fühlte ich mich dieser Person sehr nahe und verbunden, konnte mich in Gedanken an sie kuscheln. Da ist jetzt nichts mehr. Wie ein leerer raum, in dem man die Möbel die da mal standen kaum noch erahnen kann…

Loneliness is your only friend.
Empty rooms,
where we learn to live without love.

All alone in an empty room.
Loneliness is your only friend, hooh.
Oh, she’s gone and you’re at the end.

Gary Moore, Empty Rooms

Wenn ich mir jetzt ihre Bilder anguck, sind das…. nur noch Bilder… das warn sie ne ganze Weile vorher auch schon, aber jetzt fühlt sich das einfach hohl an.

So als würde Ich ne alte Bildzeitung angucken.

Es ist wie weggewischt. Einst war sie “One in a Million”, jetzt ist sie nur noch “One of a Million”. Was ich krass find ist, das Ich jetzt erst merke wie sehr ich von der Beziehung blockiert wurde. Wie sehr mich dieses egomanische kleine Mädchen für sich vereinnahmt hat. Ich hab meine Freiräume für sie geopfert… habe MICH dafür geopfert… anfangs hat mir das ja auch nichts ausgemacht, da hat es Energien freigesetzt, die mir gut getan haben. Dann fing es an mich auszubrennen… Ich werd mich jetzt hier in der Region nach einem Mädel umgucken. Eine die ein Stück, älter, erwachsener und reifer ist. Oder auch nicht. Ich weis es noch nicht. Wir wissen ja alle wie das mit der Liebe so ist. Ich bin nicht mehr gerne alleine und die körperliche Seite vermiss ich ja doch schon ;-)

Zum schluss noch eine kleine Abwandlung eines Songs von U2:

I CAN LIVE! WITH. OR WITHOUT YOU!

Und die Sache mit anderer Mütter schöne Töchter, die gilt auch umgekehrt :wink:

Fragmente

Geschrieben, irgendwann 1 oder 2 Jahre nach einer recht unglücklichen Beziehung…

hier sitz ich,
denk nach und denk an dich,
und an die stunden die wir hatten,
sie waren voller licht,
und doch drohten schatten,
über unserm kleinen glück
denn lang gehalten hat es nicht

zu gross war die distanz,
räumlich, geistig, ganz,
zu gross der druck der auf uns lag,
zu gross die narben,
an denen dann gefühle starben,
zu wenig wurde ausgesprochen,
wichtiges blieb ungesagt,
und schwärte,
faulte,
tag um tag,
und schliesslich brachen herzen,

was bleibt,
das sind erinnerungen,
bruchstückhaft zersprungen,
an momente voller liebe,
zärtlichkeit und wärme,
anfangs schmerzhaft noch,
heute aus der ferne doch,
seh ich nur noch blasse bilder,
die vergilbt und nebelhaft verworren,
aus meiner sicht fragmente sind,
die kein ganzes mehr ergeben

so viel neues birgt der tag,
das das was war,
nur allzubald in tiefen schwindet,
die nur der traum noch zu erreichen mag,
in nächten in denen man sich findet,
in der erinnerung an manch bessren tag…