Die weisse Rose

Dieses Teil hier ist auch schon recht alt. Geschrieben irgendwann zwischen 2001 und 2002.

frühes morgengrauen, erstes licht einer verregneten dämmerung taucht das zimmer in verschwommene konturen, zeichnet harte kanten weich, und bedeckt makel mit sanftem grau. jenseits der mauern braust der frühherbstliche wind in den blättern der alten birke vor meinem fenster und bildet mit dem ruhigen regen einen angenehm monotonen teppich einlullenden rauschens in dem alle anderen geräusche des „draussen“ untergehen. es ist still im raum, nur das gemächliche ticken der uhr ist die einzige geräuschquelle. tick…tack…tick…tack…tick…tack…immer im selben rythmus, tag ein tag aus. es stört mich nicht, im gegenteil. letzte funken eines traumes durchstieben die dunkelheit meines halbschlafenen geistes wie glühwürmchen eine warme julinacht. ich strecke mich, mache mich breit in meiner koje, und wieder fällt mir auf das ich alleine bin. eine windboe fährt in den grossen alten baum und bringt den vorhang in bewegung, ein kühler lufthauch schwebt durch das zimmer und ich wühle mich tiefer in meine decke. obwohl ich um diese gottlos frühe zeit eigentlich schon wach bin, schliesse ich die augen nochmal, rufe mir den letzten traum in erinnerung und lasse mich einfach darin treiben…
…sie liegt neben mir und schläft, ihr atem ruhig und tief, ihre sanft geschwungenen züge friedlich und entspannt. das schwache licht, das durch jalousien und vorhänge gefiltert in den raum dringt, schmeichelt ihren formen und zeichnet sanfte schatten auf ihre samtene haut. ihr kopf ruht schwer auf meinem rechten arm, und ich frage mich gerade was denn meine rechte hand jetzt wohl macht, denn offensichtlich befindet sie sich nicht mehr an meinem körper, ich kann sie zumindest nicht mehr spüren… ich kuschele mich an sie, streichele sie sanft, und wage es nicht den arm unter ihr weg zu ziehen. schliesslich muss ich es doch tun, denn das taube gefühl weicht einem schmerzhaften pochen. ich richte mich langsam auf und bewege mich so sachte es geht aus dem bett, und begebe mich ins bad, meinen arm massierend während dieser langsam und schmerzhaft wieder zu mir zurückkehrt. nach ein paar minuten komme ich wieder ins schlafzimmer zurück, und sehe das sie sich den plötzlichen platzgewinn zunutze gemacht hat. ich kann ein schelmisches grinsen nicht unterdrücken, welches aber schnell von einem zärtlichen lächeln vertrieben wird. ich betrachte sie, meine augen folgen den zarten linien ihres gesichtes, ihrer lippen, dem sanften schwung ihres nackens und ihrer entblösten schulter und streichen liebkosend über die sanften formen die sich unter der decke andeuten. ich lasse die vergangene nacht noch einmal revue passieren, sehe flüchtige impressionen von in zärtlicher leidenschaft ineinander verschlungenen leibern, spüre die erinnerung sanfter berührungen in knisternden schauern wie einen windhauch über meinen rücken laufen. mein blick schweift durch den raum und bleibt wie magisch angezogen an der weissen rose hängen die ich ihr am abend zuvor schenkte. die bleiche blüte scheint im zwiellicht zu leuchten als ich die königin der blumen vorsichtig aus der vase nehme und den stiel abtrockne. mit der rose in der hand schleiche ich vorsichtig zum bett, den verstreuten kleidungsstücken ausweichend die am boden liegen, und setze mich vorsichtig auf den protestierend knarrenden rand des bettes. sie hat sich leicht auf die seite gedreht, ihr dunkles langes seidiges haar bildet einen angenehmen kontrast zu ihrer elfenbeinfarbenen haut. die decke ist verrutscht, bedeckt sie nur noch halb… ich beuge mich vorsichtig hinunter und küsse sanft ihre weiche schulter, nehme ihre süssen duft mit meinen nüstern auf, sauge ihn ganz tief in meinem mund um auch noch das letzte molekül ihres aromas auszukosten. sie seufzt leise und dreht sich auf den rücken, und die decke gleitet vollends von ihr herunter, und ich betrachte sie in ihrer vollen weiblichen pracht, und geniesse kurz die auswirkungen die dieser göttliche anblick auf meine physionomie hat. ich nehme die rose in meine vor erregung zitternden finger, und beginne mit der blüte langsam ihr gesicht zu streicheln. ich streiche sanft über ihre stirn, lasse die blüte den feinen linien ihrer süssen wangen folgen, berühre sanft ihre fein geschwungenen lippen, die selbst im schlaf zu lächeln scheinen. ich lasse die rose sanft über ihr kinn wandern, streichele damit sanft ihren schlanken hals hinab, zwischen den sanften rundungen hindurch, lasse die weiche blüte langsam um ihren nabel kreisen. sie regt sich leise, und mit einem süffisanten grinsen bemerke ich das sie wohl doch nicht mehr so tief schläft. ich lege die rose vorsicht bei seite, beuge mich zu ihr hinunter. meine heissen lippen berühren sanft ihre kühle stirn, ihren leicht geöffneten mund, ihr kinn und als ich die kleine grube unterhalb des kehlkopfes erreiche lasse ich meine zunge darin spielen, während meine freie hand ihre zarten rundungen erforscht und liebkost. ich wandere tiefer zu den warmen weichen hügeln ihres busens, und umspiele zärtlich die dunklen höfe, als sich ihre hand in mein haar wühlt und sie sich mir entgegen reckt…

…flüchtige impressionen in zärtlicher leidenschaft ineinander verschlungener körper, erinnerung sanfter liebkosungen und heisser geflüsterter worte…

…ich erwache, es ist bereits richtig hell draussen, und mir ist nach einer erfrischenden dusche. ich frage mich ob sich hoffentlich jemand das kennzeichen des lkw´s gemerkt hat der mich wohl gestern abend angefahren haben muss, und strecke und dehne mich um meine wirbel wieder in eine reihe zu bekommen. ich denke an meinen traum, und grinse genüsslich, wenn auch mit einem anflug von wehmut, denn er war verdammt real… ich schwinge mich in die senkrechte, strecke mich noch mal, schüttele meine mähne, und erstarre in wundersamen staunen als ein weisses blütenblatt im taumelnden tanze langsam zu boden schwebt…

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