Die IP-Adresse gehört mir!

Bei einem ManagedServer-Kunden ergab es sich aufgrund von Hardwareproblemen das selbige ausgetauscht werden musste. Ein durchaus normaler Vorgang, gerade bei „ausgeleierten“ alten Maschinen. Dabei ändert sich bei diesem Produkt die IP-Adresse. Das ist normalerweise unproblematisch, da die IP der Maschine dem Kunden offiziell im Kundenlogin nicht zur Verfügung gestellt wird. Und normalerweise sollte man seine Dienste und Seiten auch nicht über die IP-Adresse aufrufen lassen.

Aber alle seine Seiten, Scripte etc. referenzieren über die alte IP-Adresse und jetzt läuft natürlich alles ins leere!

Ich habe den Kunden in mehreren teilweise recht hitzigen Gesprächen dann mehrmals sehr eindeutig und eindringlich darauf hingewiesen das das keine gute Idee ist, seine Seiten und Dienste mit der IP-Adresse zu referenzieren, da sich diese bei diesem Produkt ändern kann, z.b. wie im vorliegenden Falle durch einen HW-Tausch! Der Kunde ist darüber natürlich „not amused“ weil er seinen Kunden natürlich diese IP unter die Nase gerieben hat und wird seinen Anwalt einschalten. Der Kunde ist der Überzeugung das die IP-Adresse seines ManagedServers IHM gehört, weil er ja den Server gemietet(!!!) hat, und das wir daher die IP nicht so einfach ändern dürften. Aber der Server ist halt nur gemietet, und wer eine Mietwohnung bezogen hat, hat alles an der Wohnung, nur eben kein Eigentumsrecht.

Es folgt Weinerei wegen schlechtem Service, Kundenverarsche, schäbigen Supportverhaltens inklusive, Verdienstausfall, Schaden, 24 Stunden und mehr offline bla-flenn-etc.

Lieber Herr Kunde: Wenn Ihre Existenz von einem ganzen Rudel Webseiten abhängt, die alle auf EINER Maschine gehostet sind, sollte diese Existenz es Ihnen Wert sein, für mehr Redundanz zu sorgen, und noch eine oder gar zwei Maschinen zusätzlich zu betreiben, um solche Ausfälle abfangen zu können. Natürlich erfordert das einiges mehr als mit simplem HTML Augenkrebs erzeugende Websiten auf die Welt los zu lassen …

7 Gedanken zu “Die IP-Adresse gehört mir!

  1. >> als mit simplem HTML Augenkrebs erzeugende Websiten auf die Welt los zu lassen … <<

    *kicher* Ich kanns mir lebhaft vorstellen. xD

    Aber, mal so ne Frage als totaler DAU: wie kann man denn an Kunden eine IP-Adresse weitergeben…? oO Ich meine..man gibt doch normalerweise den Link zu einer Webseite an und nicht… *verwirrt guck* Wie gesagt, ich hab echt nuller als null Ahnung davon.

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  2. > Dabei ändert sich bei diesem Produkt die IP-Adresse. Das ist
    > normalerweise unproblematisch

    Das ist nicht zwingend so unproblematisch wie hier dargestellt: Wenn der Kunde (wie ich das mitunter z.B. praktiziere) eigene Nameserver nutzt, um eine extern registrierte Domain per A-Record mit dem Server zu verknüpfen, schaut er bei einem plötzlichen Wechsel der IP nämlich leider in die Röhre… 😦

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  3. Das ist bei Rootservern prinzipiell richtig, trifft aber im vorliegenden Fall aufgrund des Produktes (Managedserver) nicht zu. Hier hat der Kunde keinen Zugriff auf den vhost und kann externe Domains nur über den Kundenlogin in den Vertrag nehmen. Er muss dazu nur unsere beiden Nameserver auf der Gegenseite hinterlegen können und benötigt die IP des Hostes dazu nicht.

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  4. > Das ist bei Rootservern prinzipiell richtig, trifft aber im
    > vorliegenden Fall aufgrund des Produktes (Managedserver)
    > nicht zu.

    Es kann durchaus zutreffen. Jahrelang so von mir praktiziert. Mit diversen Managed Servern. Glücklicherweise ohne stillschweigenden „Überraschungswechsel“ der IPs.

    > Hier hat der Kunde keinen Zugriff auf den vhost und kann
    > externe Domains nur über den Kundenlogin in den Vertrag
    > nehmen.

    Von „in den Vertrag nehmen“ war meinerseits ja auch nicht die Rede: Sondern vom bloßen Setzen eines A-Records auf die dedizierte IP des Servers.

    Wenn ich im Wesentlichen einfach nur den Webspace des Servers benötige -ob Root oder Managed ist hierbei unerheblich- und keine paket-internen weiteren Leistungen wie z.B. E-Mail (MX-Record: externer Anbieter; ginge aus dem Config-Menü auch, ich weiss. Aber, siehe oben: eigene Nameserver) oder SSL-Zertifikate wünsche, kann das Mittel der Wahl durchaus ein ganz einfacher A-Record in meinem eigenen Zone File sein.

    > Er muss dazu nur unsere beiden Nameserver auf der Gegenseite
    > hinterlegen können

    Er MUSS nicht. Er KANN.

    > benötigt die IP des Hostes dazu nicht.

    Genau diese Art von Überheblichkeit hat mich u.a. -nach vielen, vielen Jahren, nämlich bereits seit der Anfangszeit von Puretec sowie Schlund- davon abgebracht, wichtigere Projekte weiterhin bei Deinem Brötchengeber zu hosten. Was ich wofür benötige und was nicht, würde ich als Kunde gerne selbst entscheiden.

    > Aber der Server ist halt nur gemietet, und wer eine Mietwohnung bezogen
    > hat, hat alles an der Wohnung, nur eben kein Eigentumsrecht.

    Eigentum nicht, aber Besitz (nein, das ist nicht dasselbe…!). Und wenn Du eines Tages von der Arbeit nach Hause kämst und in Deiner Wohnung Deinen Vermieter dabei anträfst, wie er einfach mal eben so ein paar zusätzliche Wände in Deine Wohnung zieht, wärst Du vielleicht auch „not amused“. Oder ginge das in Ordnung, da die Wohnung ja nur gemietet ist…?

    Eine IP ist, das nur nebenbei, übrigens weder Eigentum des Kunden noch des (Hosting-)Anbieters. Eigentum an dieser hat (zumindest in Europa sowie in Teilen Asiens) das RIPE NCC bzw. ihr übergeordnet die NRO (Number Resource Organization).

    Ganz abgesehen davon wird das Feature, um das es hier geht, branchenweit üblicherweise als „eigene IP“ deklariert. So auch von Deinem Arbeitgeber. Das suggeriert dem Kunden meines Erachtens nach durchaus, dass die seiner Hardware zugeteilte IP sein „Eigentum“ in dem Sinne ist, dass er es für die Dauer des Mietvertrages wie Eigentum in Gebrauch nehmen kann.

    Lange Rede, kurzer Sinn: Einen Kunden, der den stillschweigenden Wechsel der IP seines Servers bemängelt und sich darüber ärgert, als „DAU“ hinzustellen, halte ich für ein fragwürdiges Unterfangen.

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  5. Ich beziehe Mich hier nur auf unsere Server, nicht auf das Prinzip an sich. Für externe Domains gibts bei uns bei den Managedservern nur die Schnittstelle „Externe Domain“. Die von Dir beschriebenen Mechanismen stehen bei dem Produkt einfach nicht zu Verfügung. Und ebenso MUSS bei uns bei einer externen Domain unser NS beim Domainprovider hinterlegt werden können. Sonst tut dat nich. Das das prinzipiell nicht zwingend notwendig ist, weis Ich selber.
    Ich bezeichne den Kunden hier nicht als DAU weil er sich über den Wechsel der IP aufregt, sondern weil er sich eine satte Woche über die nicht funktionierenden Links aufregt, anstatt gleich nach der Abschlussmeldung zu hinterfragen warum denn die Seiten immer noch nicht richtig funktionieren. Solche Fälle sorgen bei uns immer wieder für krauses Haar und schlechten Atem. Wenn Ich Mir die Source der Seiten nichtmal angesehen hätte (was NICHT Mein Job ist!!!) dann würde der Kunde wohl immer noch drauf warten das alles wieder funktioniert. Insofern isses ein DAU. So nebenbei ist das hier für Mich auch eine Möglichkeit den Frust, den solche Leute dann am Support auslassen, weiter zu leiten. Sich nur auf die IP zu linken ist immer problematisch, und der Kunde hat alleine schon per AGB keinen Anspruch auf die IP. Ob und wie das nun rechtens sein mag, da mögen sich Meinetwegen die Anwälte drüber streiten.

    Btw.: Der Unterschied zwischen Eigentum und Besitz ist Mir sehr wohl bekannt. Der Mietvergleich wird hier auch nicht als tiefergehendes Beispiel herangezogen 😉

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