Der Staatsfeind Nr. 1

Gestern hab Ich Mir mal „Der Staatsfeind Nr. 1“ angesehen. In diesem rasanten und packendem Film mit Starbesetzung geht es um Missbrauch von Überwachungstechnik und Bürgerdaten durch Mitarbeiter eines US-Geheimdienstes.

Jeder ist korrumpierbar, die Mächtigen allen vorran.

Zwar sind die Methoden, gerade was die im Film gezeigte Satellitentechnik angeht, in dem Streifen deutlich überzeichnet, aber anbetrachts dessen, wann der Film gedreht wurde und der seither zunehmenden Vernetzung unseres Lebens und unserer Daten, als durchaus realistisch zu betrachten. Auch wenn es sich bei „Der Staatsfeind Nr. 1“ Meines Erachtens um DAS ultimative Worst-Case-Szenario handelt, sollte MUSS meiner Meinung nach jeder, der bei der Erwähnung des Themas Überwachung und Privatsphäre meint, er habe nichts zu verbergen, sich diesen Film unbedingt mal ansehen. Gerade anbetrachts der aktuellen Thematik diesbezüglich in diesem unseren eigenen schönen Lande: Schäuble und seine Getreuen lassen grüssen! Denn sie (wissen nicht was sie tun, und) versuchen derzeit entsprechende Maßnahmen für unsere Bundespolizei legalisieren zu lassen! [Stichwort: BKA-Gesetz].

Jetzt mag jemand sagen: Aber neeee, das sind doch brave Leute, die nur unser bestes im Sinne haben, und nie nie niemals nicht so überhaupt gar nicht auch nur im entferntesten daran denken bei Lieschen Müller und Hans Guckindieluft aufs Bankkonto oder in die Krankenakte zu gucken. Die haben ja auch eine „Geheimhaltungsklausel“ unterzeichnet und so. Da müssen die sich dran halten! (Bitte treudoofen Blick und leierndes Sprechen dazu denken…)

Nun, jeder der Zugriff auf Datenbanken hat, ist generell immer nur eine Unterschrift (und ein paar Mausklicks und/oder Shellbefehle) davon entfernt, die darin enthaltenen Informationen zu missbrauchen. Und wenn er sich diese nur mal überfliegend anguckt, weil er gerade nix besseres zu tun hat… es gibt gerade in der elektronischen Datenverarbeitung mannigfaltige Wege Datensätze einzusehen, zu kopieren und zu übertragen, ohne das auch nur ein Admin das geringste merkt, wenn er nicht gerade explizit darauf achtet und seine Logfiles im Auge behält. Sofern es überhaupt welche gibt. Die jüngste Vergangenheit zeigt gleich mehrere entsprechende Beispiele, z.b. den Überwachungsskandal der Telekom, oder den „Transfer“ von „Sicherheitskopien“ von Telefon- und Adressdaten an „unbeteiligte Dritte“. Wer die Mittel und Wege hat, wird immer in Gefahr sein, diese früher oder später in der einen oder anderen Weise zu entfremden und zu unlauteren Zwecken zu benutzen, sei es jetzt aufgrund von Zwang oder Willen.

Wie sagte Stalin so schön?

Vertrauen ist gut. Kontrolle ist besser.

Das mögen sich Herr Schäuble und Konsorten auch denken, aber der Spruch wirkt auch in die andere Richtung: wir brauchen Gesetze, die den Missbrauch von staatlicher Überwachung entsprechend erschweren, und nicht nur Gesetze die den Bürger entmündigen und bis ins kleinste peinliche Detail offenlegen.

Leider brauchen wir dazu allerdings auch eine fähige Regierung, und ob wir so eine nächstes Jahr auch bekommen steht nicht mal in allen Sternen dieses Universums…

Nun ja. Time will tell.

Ein guter Einstieg zum selber Schlau machen:

http://www.uberwach.de/
http://www.vorratsdatenspeicherung.de/
http://www.heise.de/ct/hintergrund/meldung/95584


Während des Films entspann sich übrigens folgender Dialog mit Herrn Könich per ICQ:

M: wenn man bedenkt, das der film eine gewisse wahrheit beinhaltet wird einem schlecht
A: jo, das ist wahr. leider
A: aber unter obama wird ja alles besser
A: sagen die leut
M: ja. klar. der schaltet alles wieder ab. als ob die neue bundesregierung nach dem zweiten weltkrieg die autobahnen abgerissen hätte…
A: genau das wird er tun. und die soldaten aus dem krieg holen und blinde sehend machen, taube hörend und lahme gehend
M: jaja, und er machte einen lahmen blind…
M: aber gerade dieses gleichnis ist es das mir zu denken gibt: projiziere lahme, taube und blinde auf die us-geheimdienste…
M: klingt gleich ganz anders, oder?

Was Ich damit eigentlich sagen möchte: Kaum ein „Mächtiger“ wird bereits bestehende Strukturen einfach so abreissen, wenn er davon einen Nutzen hat. Und sei es nur „um die Überwacher zu überwachen…“



4 Gedanken zu “Der Staatsfeind Nr. 1

  1. Wenn man „Satelliten“ in dem Film mit „Drohnen“ ersetzt, dann kommt es von der Bildqualität und den Möglichkeiten schon fast hin…

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