Ich hab soviel zu sagen

Ich hab soviel zu sagen,
Drum schreib ich ein Gedicht,
Doch fang mich an zu plagen,
Das reimen liegt mir nicht.

Also versuch ich es mit Klang,
Saitenlaut und Bassgesang,
Doch leider klingts nur gruselich,
Ein Liedermacher bin ich nich.

Und nun? Was tun?

Ich nehme einen Pinsel,
Und male mir ein Bild,
Vielleicht von einer Insel,
Am Ende ist es mehr ein Schild.

Das alles wird mir jetzt zu bunt,
Tu ich halt meine Meinung kund,
Ich werd mir ein paar Brote schmiern,
Und geh mit meinem Schildchen demonstriern!

Der linke Flügel

Der linke Flügel der Partei,
vom Rest sich separiert.

Man will nicht sein, so wie die „andern“,
auf eignen Wegen will man wandern,
hält sich für politisch Sauber,
doch ists genauso fauler Zauber.

Denn schaut was hier geschieht,
die selbe Qual:
der linke Flügel,
vom Rest apart,
zur Wahl,
zum flinken Lügel ward…

Der Seelenbaum

Irgendwo im Lebensraum,
steht unter Novemberwolken,
tief im öden hier und jetzt,
der Seelenbaum.

Die Krone,
ohne Blätter,
nackt zerfetzt,
umflattert von Gedankenraben,
die Äste abgebrochen,
von Sorgenspinnen,
ganz benetzt.

Der hohle Stamm,
gebeugt,
verdreht,
voll wunder Risse,
umrankt von Trauerrosen,
die mit scharfen Dornen,
ihn liebkosen.

Rinde verklebt,
mit Tränenharz,
schwarz wie Blut geronnen,
quillt aus alten Schrunden,
glitzert kalt wie Quarz.

Die Wurzeln morsch und taub,
zernagt von Grübelratten,
tief gekrallt,
wie bleiche Knochen,
in den sauren Staub.

Er ächzt und wankt so alt,
es lacht kalt,
die schwarze Dame,
die ihn hegt,
und tanzt,
in seinem Schatten.


Katzenschreck

Katzen springen einem manchmal einfach so vor die Karre, und im vorliegenden Falle sogar ohne zu gucken. Lief einfach drauf los und inspirierte Mich dann zu folgendem…

Auto rollt.
Katze streunt.
Auto bremst.
Katze schreckt.
Auto hupt.
Katze flitzt.
Auto rollt.

Fahrer grinst.

😉

Leise sterben…

Leise geh Ich sterben,
bette Mich zur ruh,
Horch! da trapsen die Erben!
Gehörst auch Du dazu?

Es tickt der Erbenzähler,
zählt rauf,
und rauf,
und rauf,
kaum gibt es was zu Erben,
schon schleichen sie zu Hauf!

Sie zanken sich und zetern,
um Milchgeschirr und Mops,
ein jeder will das beste Stück,
den fetten Klops vom grossen Glück.

Drum geh Ich LEISE Sterben,
dann kriegts auch keiner mit,
umspanne dann mein Sterbebett,
mit gelbem Absperrband,
zehn Schritt.

Ich stell ´nen Polizisten hin,
der hält sie Mir vom Leib,
wirst sehn!

Er steht dann da,
ganz gross und ernst,
und sagt zu jedem:

HIER GIBT ES NIX ZU ERBEN!
WEITER GEHN!
WEITER GEHN!

:mrgreen:

Kleine freche Maus

Seit langem mal wieder ein Gedichtchen, inspiriert durch die Begegnung mit einer ziemlich neugierigen Maus 🙂

Kleine freche Maus,
wollt einmal hinaus,
hupft aus ihrem Bau:
Ui da steht´ne Frau!

Kleine freche Maus,
guckt ihr untern Rock:

KATZE! Schock!

Kleine freche Maus,
hupft ganz schnell nach Haus.
Aus.

Für die liebe Frau Localwurst 😉